Freiburg-Madison-Gesellschaft e.V.

 

 

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Unsere nächsten Veranstaltungen

 

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7. März

Deutsch-Amerikanischer Stammtisch

 Es heißt USA und nicht EUA

Der französische Einfluss auf dem amerikanischen Kontinent

Im Greiffenegg-Schlössle um 20 Uhr  

 

 

 

 

 

 

4. April

Deutsch-Amerikanischer Stammtisch

Thema: Der Euro

Im Greiffenegg-Schlössle um 20 Uhr

 

 

 

 

 

Neues aus Madison

 

 

 

 

 

Aktivitäten des Sister City Committees

 

Ende Juni war eine Gruppe Studenten der Universität von Madison zu Gast in Freiburg, um  einen nachhaltigen "Green Summer" zu erleben. Während am 7. Dezember die FMG das traditionelle Weihnnachtsessen genießt, werden am gleichen Tag die Studenten in Madison über ihre Erfahrungen in Freiburg berichten:

 

LESSONS FROM FREIBURG - Student-Community Forum Presentations by Green Summer Freiburg 2011 students focusing on green initiatives in Freiburg Overview of new sustainability initiatives in the city of Madison Discussion of student opportunities on campus, in Madison and in Freiburg WEDNESDAY, DECEMBER 7,  7:00-8:30 P.M. UNION SOUTH  (check TITU for room) Refreshments provided.

Freiburg, Germany, is one of the most sustainable cities in the world. UW-Madison students recently spent six weeks learning about transit, renewable energy, passive house design, sustainable neighborhoods, solid waste digesters, green tourism and environmental economics. Join us for student presentations on Freiburg and learn how Madison and other communities can become more sustainable.

 

 

Das Sister City Committee in Madison zeigt passend zur Jahreszeit im Gebäude des Stadtrats eine kleine Ausstellung über Freiburg und die Deutsche Weihnacht:

 

SISTER CITY DISPLAY From Dec 1-31, 2011  the display booth on the 1st floor near the elevators in the City-County Building has a display of FREIBURG and German Christmas memorabilia.  It was assembled by Carol Heidenway, Luanne von Schneidemesser and Eric Lewandowski.  Tom Kaminski supplied a slide show, which at this time waits for the city to repair the DVD player.  The displayed items run the gamut from a cuckoo clock to photos of Mayor Soglin in Freiburg 1994 and of an anti-nuclear demo. Take a look and if you have something worthwhile for the display please email  Luanne, lvonschn@wisc.edu. Such an item may also be used at the Overture's International Fest, Saturday, March 3, 2012, from 10-5, where we will have an information table .

 

 

Für unsere Freunde in Wisconsin, die einen deutschen Weihnachtsgottesdienst erleben möchten:

 

DEUTSCHER WEIHNACHTSGOTTESDIENST Sunday, December 4, 2011; 2:00 pm St. John's United Church of Christ 1724-14th Street Monroe, Wisconsin.

The ambiance of a beautiful and historic sanctuary, the familiar carols and music, the sound of the language as the story of Christmas unfolds, all add up to a one-of-a-kind experience for the soul, something that often gets lost in our modern day observance of Christmas.

The congregation of St. John's United Church of Christ, assisted by the Monroe Swiss Singers, annually offers this beautiful Christmas Communion service conducted entirely in German. The Rev. Dr. William T. "Mike" Heath, senior pastor at St. John's, and the Rev. Gretchen Sylvester, associate pastor, welcome all to the service. Additional information to be found on the Web here:

 http://www.MonroeSwissSingers.org/germanservice.html Questions? Contact the church office at 608-325-2165

 

 

Dieser sicherlich spannende Vortrag überschneidet sich mit der ersten Veranstaltung:

 

Lecture by Jerry Apps: "STORIES FROM WISCONSIN: GERMANS, BEER, AND PROHIBITION"

Wednesday, December 7, 7pm, Memorial Union, 800 Langdon St.

See "Today in the Union" for room on day of presentation. (Unfortunately, at the same time as the  LESSONS FROM FREIBURG - Student-Community Forum above)

Born and raised on a Wisconsin farm, Jerry Apps is Professor Emeritus at the University of Wisconsin–Madison and the author of more than 30 books on country life and Wisconsin history, including Breweries of Wisconsin. Jerry Apps is known for his entertaining, folksy lectures.

Sponsored by the Max Kade Institute for German-American Studies at the University of Wisconsin–Madison.

To cap off the evening, join us for a beer at the Rathskeller in the Memorial Union.

 

 

Nicht Auerbachs, sondern Fauerbachs Brauerei. Diese Informationen aus Madison lieferte uns freundlicherweise Michael von Schneidemesser, Co-Präsident des SSC.

 

 

 

La línea

 

Professor Mechthild Hesse, die 2009 mit dem Landeslehrpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet wurde  und darüber im Mai letzten Jahres an unserem Stammtisch  berichtet hat, lädt Freunde und Mitglieder der FMG zu einer neuen, sicherlich spannenden Theateraufführung ein:

 

liebe freunde der freiburg-madison gesellschaft,

 

vor einiger zeit habe ich bei unserem stammtisch die arbeit der englischsprachigen jugendtheatertruppe ph playmates vorgestellt, die 2009 mit dem landeslehrpreis baden-württemberg ausgezeichnet worden ist.

 

jetzt möchte ich sie einladen zu der aufführung von la línea, einem stück, das sich mit der illegalen grenzüberschreitung zweier mexikanischer  jugendlicher befasst, die sich auf den gefährlichen weg machen, ihre eltern in kalifornien suchen.

 

das von live musik begleitete stück  wird ausschließlich von ph-studierenden gespielt.

 

das stück nimmt wieder mal eine brisante thematik auf, über die wir auch mal am stammtisch diskutieren könnten.

 

ann jaramillo, die kalifornische autorin des jugendromans, auf dem la línea basiert, wird am 2.12. 11 selbst bei der aufführung an der ph um 20 uhr anwesend sein. ihr mann luis jaramillo, als  rechtsanwalt tätig für migrantenorganisationen, wird am 1.12. um 20 uhr einen vortrag im carl-schurz-haus halten.

 

im anhang das plakat, das sie über aufführungstermine etc. informiert.

 

gruß

 

mechthild hesse

prof. für englische literatur und ihre didaktik

pädagogische hochschule freiburg

 

 

 

Rückrufaktion für Scott Walker

 

Die Volksbewegung, die sich für einen Abruf (recall) des republikanischen Gouverneurs von Wisconsin Scott Walker einsetzt, kam am letzten Wochenende zu einer großen Protestveranstaltung vor dem Capitol in Madison zusammen.

 

If you are not rich and American, recall Walker. Wisconsin can't wait

 

 

Herbstliches Madison

 

Eine wunderschöne Serie von Luftaufnahmen erwartet Sie auf der Webseite der University of Wisconsin-Madison©.

 

 

 

 

Europas grüner (An)führer?

 

Diesmal wies mich Ken Schneider auf einen Artikel:  How Germany Became Europe’s Green Leader: A Look at Four Decades of Sustainable Policymaking hin. Der Beitrag ist wirklich lesenswert, zumal er einige Ansichten aus Freiburg enthält.

 

 

 

 

Alles gestabt

 

Jim Steakley wies mich auf einen Artikel in der New York Times mit dem Titel: My Trip to Madison: Bikes, Brews, Burgers and a B&B. Hier einige Bilder der Fahrradtour (©NYT):

 

Madison’s Wahrzeichen

Bier und Käse in einem Geschäft mit dem Namen  Fromagination

  Fahrradwege nicht nur in Freiburg

 

 

Here we go again

 

Gestern gab es in Madison wieder einen Protestmarsch der Staatsangestellten zum Capitol.  Einige der Demonstranten betraten das Gebäude und ließen sich, eine amerikanischen Flage in ihrer Mitte, auf dem Boden der Rotunde nieder. Nachdem sie der Aufforderung, das Capitol zu verlassen, nicht nachgekommen waren, nahm die Polizei dreizehn Verhaftungen vor.  

 

 

 

Der Grund für die neuerlichen Proteste liegt in den von Gouverneur Scott Walker nun angewendeten Spargesetzen. Danach müssen Wisconsins Staatsbedienstete deutlich höhere Beiträge für ihre Pension und Krankenversicherung zahlen, was sich in Einkommensverminderungen von bis zu 20% niederschlägt.

 

 

Noch mehr Fahnen

 

Der Präsident des Sister City Committee in Madison Mike von Schneidemesser schickte das folgende Foto von der Einweihung der Sister City Fahnen, die jetzt den Mittelstreifen der South Park Street zieren.  

 

Mike ist ganz rechts zu sehen. Die deutsche Fahne hängt an der Seite der Flagge von Airmaro, Ost-Timor. Wie verlautet, tat die Stadt bei der Auswahl der Litauischen Fahne einen Fehlgriff.  Nur nicht grämen. Madison befindet sich dabei in guter Gesellschaft.

 

 

Die Freiburger Fahne ist in Madison angekommen

 

Stolz posiert Alterspräsident John Jacobi vom Freiburg Sister City Committee vor der Freiburger Fahne,
die unser Rathaus auf Bitte des FSCC nach Madison geschickt hat (Photo Prof. Charles James).

 

Ein kleiner roter Ballon macht Geschichte

 

Die Geschichte beginnt mit dem republikanischen Gov. Scott Walker, der am 11. Februar 2011 zum Ausgleich des defizitären Bundesstaatshaushalt von Wisconsin seine administrativen Kürzungen ankündigte. Dazu lesen Sie die Berichte weiter unten auf dieser Seite.

 

Am folgenden  Montag (18. Februar), dem Valentinstag, protestierten die Studenten der Universität Wisconsin auf Madisons State Street, wobei sie viele rote herzförmige mit Helium gefüllte Ballons und Transparente mit der Aufschrift:  "Please don't break our hearts" mit sich führten. Einer dieser Ballons schwebte innerhalb des Capitols zur Decke, doch hauchte er hier nicht wie seine übrigen Kollegen sein Helium aus. Er schwebt noch heute! und hat es als Symbol des Widerstandes nicht nur auf Facebook, sondern auch auf die Seiten der Wisconsin Historical Society geschafft.

 

 

Generalkonsul Edward M. Alford auf dem Greiffenegg

 

Auf einer Fahrradtour, die ihn von Weil am Rhein über Freiburg, Kehl, Karlsruhe bis Heidelberg führt, besuchte der amerikanische Generalkonsul Edward. M. Alford am 6. Juni das Greiffeneggschlössle. Der Präsident der Freiburg-Madison Gesellschaft Toni Schlegel und die Direktorin des Carl-Schurz-Hauses Friederike Schulte hatten Herrn Alford zu einem Abendessen eingeladen. Neben seinen mitradelnden Mitarbeitern waren auch einige Vorstandsmitglieder der FMG anwesend sowie als besonderer Gast der Freiburger Verleger Manuel Herder.

 

Manuel Herder im Gespräch mit Generalkonsul Alford

 

Toni Schlegels Rede zur Begrüßung des hohen Gastes regte diesen zu einem freundlichen Lächeln an, während die Vizepräsidentin der FMG Frauke Feix sich über Tonis gelungenen Worte herzlich freute

 

In seiner auf deutsch gehaltenen Tischrede hob der Generalkonsul die wachsende Bedeutung der persönlichen Kontakte hervor, die besonders Jugendlichen der beiden kulturell so verbundenen Länder ein vertieftes Verständnis der jeweils anderen Seite ermöglichen. In diesem Zusammenhang unterstrich Toni Schlegel in seiner Antwort die begleitende Betreuung der amerikanischen Studenten aus Freiburgs Partnerstadt Madison, die sich zum Studium in Freiburg aufhalten, durch die FMG.

 

Die Direktorin des Carl-Schurz-Hauses Friederike Schulte und Überraschungsgast Ted Petith, ein langjähriger Freund der FMG. Diskutieren die beiden eines der Herzensanliegen Teds: Renewable Educational Exchange?

 

Nach dem offiziellen Teil: Nach(t)sitzung und Bierrunde über den Dächern von Freiburg. Justin spielt Mundharmonika, Mat, unser Renomierstudent, singt Freiburg ein Lob

 

Frauke und Ted sind von der musikalischen Darbietung begeistert

 

Stolz stellen die Studenten des Academic Year in Freiburg (AYF) ihre neuen Poloshirts mit dem Freiburg-Madison Logo zur Schau und stoßen mit uns auf die Städtefreundschaft an

 

Note 1: Schicken Sie bessere Photos mit der Genehmigung, sie auf dieser Webseite veröffentlichen zu dürfen, an mhoefert@t-online.de

 

Note 2: Photos des 6. Internationalen Treffens der Partnerstädte Freiburgs finden Sie auf der Englischen Webseite

 

 

Wird Madison grüner als Freiburg?

 

Heute wies die Presse in Madison auf den überarbeiteten  Madison Sustainability Plan hin: Fostering Environmental, Economic and Social Resilience. Es handelt sich hier um einen  Umweltplan, den ein Arbeitsausschuss unter dem früheren Mayor David Cieslewicz im Jahre 2004 ausgearbeitet hatte  und der nun in einer erweiterten Fassung vorliegt. Auf über 70 Seiten  werden in dem neuen Entwurf in beeindruckender Weise Ideen zur Nachhaltigkeit bei gleichzeiter Schonung der  Umwelt, Förderung der Wirtschaft und sozialer Verträglichkeit in Madison vorgestellt. Mit einer Kurzdarstellung im Internet fordert das federführende  Komitee für Nachhaltigen Aufbau und Energie die Bevölkerung auf, sich in die Diskussion einzubringen.  Die Gesamtbroschüre kann im Internet (Lange Ladezeit!) heruntergeladen werden.

 

 

'Mayor Dave' no longer

 

In unserer Partnerstadt Madison, Wisconsin wurde gestern am 5. April ein neuer Bürgermeister gewählt. Bis zuletzt war es ein Kopf-an-Kopf Rennen zwischen dem sich zur Wiederwahl stellenden David Cieslewicz (52), kurz und aussprechbar Mayor Dave, und seinem Herausforderer Paul Soglin (65). Während der Amtsinhaber sein drittes vierjähriges Mandat anstrebte, war Soglin bereits in den Jahren 1979-86 und 1989-97 Bürgermeister von Madison, so dass sich die Kompetenzfrage nicht stellte. Die Überraschung ist eingetreten: 'Mayor Dave' no longer, wie das Wisconsin State Journal titelte. Der „alte“ Bürgermeister wird den Amtsinhaber ablösen. Dabei waren die Unterschiede bei den Wahlversprechen der Kandidaten so gering wie die Differenz beim Wahlausgang: 49,0 zu 48,7%.

 

Smiling Paul Soglin: I can't believe I'm mayor

 

 

Während sich der etwas reserviert wirkende Cieslewicz mit den Kontakten zum Volk ein wenig schwer tat, strebt der emotionale und charmante Soglin eine verstärkte Beteiligung der Bürger an. Eine große Heraussfordeung stellt für Soglin die Bekämpfung der Armut dar. Ausschlaggebend für den Wahlausgang dürften allerdings die umstrittene Erweiterung eines Hotels am Mendotasee und die Fahrpreiserhöhungen zur Verringerung des städtischen Defizits sein, die dem Amtsinhaber die entscheidenenden Stimmen gekostet haben.

 

Mayor David Cieslewicz und OB Dieter Salomon vor dem Wappen von Madison beim Markplatz der Partnerstädte 2008 anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Partnerschaft zwischen Madison und Freiburg.

 

Mayor Dave war ein ausgesprochener Fan unserer Green City. Bei seinem Besuch 2008 anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Partnerschaft zwischen Madison und Freiburg interessierte er sich besonders für Freiburgs schienengebundenen Nahverkehr und den grünen Stadtteil Vauban. Auch der neue Bürgermeister ist umweltbewusst, sein Verhältnis zu Freiburg als Partnerstadt muss er jedoch noch definieren, was auf seiner Prioritätenliste sicherlich nicht ganz oben stehen dürfte. Wir sind gespannt.

 

 

Wahlkampfabende in Freiburg und Madison

 

Heute am 22. März findet in Freiburg von 18 bis 20 Uhr eine Forumsdiskussion der örtlichen Kandidaten zur Landtagswahl im Regionalstudio des SWR, Kartäuserstr. 45, statt. In Madison gibt es am gleichen Abend ein Combined Mayoral/Dane County Executive Candidate Forum:

 

“THE PEOPLE'S CANDIDATE FORUM”    FIRST OF ITS KIND...

 

Auf der bemerkenswerten Einladung zum Forum sind die Köpfe der Kandidaten für das Bürgermeisteramt, des Amtsinhabers Dave Cieslewicz und seines Heraus-forderers Paul Soglin, zu sehen.

 

Bring the kids - we'll have a special kids' activity table! Don't have time for dinner before the forum? No problem - Glass Nickel pizza and other refreshments will be available for purchase! Kostet die Pizza nur einen Nickel oder sieht man sie für diesen Preis lediglich hinter Glas?

 

 

Eskalation

 

Die Situation in Madison eskaliert. Nachdem gestern Nacht (9. März) der Senat nach kurzer Beratung die Budget Repair Bill Gouverneur Walkers gebilligt hat, soll heute das Abgeordnetenhaus mit seiner republikaischen Mehrheit das Gesetz endgültig verabschieden. Die Abstimmung im Senat wurde möglich, weil Punkte, welche das Budget betreffen und für die das Quorum benötigt wird, aus dem Vorschlag herausgenommen wurden.  Die Sitzverteilung im Senat  Wisconsins ist: 19 Republikaner und 14 Demokraten. Das Quorum zur Verabschiedung von Gesetzen mit finanziellen Implikationen beträgt 20. Nachdem vor zwei Wochen alle demokratischen Senatoren über die Landesgrenze nach Illinois geflohen waren, konnten die verbleibenden republikanischen Senatoren die ursprüngliche Fassung des Gesetzes nicht verabschieden. Bis gestern Abend hatten die Republikaner vergeblich versucht, wenigstens einen Senator der Demokraten zur Rückkehr nach Wisconsin zu bewegen.  

 

Das neue Gesetz, welches mit 18 Stimmen gegen eine Stimme eines republikanischen Senators (hört, hört!) verabschiedet wurde, schränkt nun nur noch das Verhandlungsrecht der Gewerkschaften ein. Kurz nach Bekanntwerden diese Nachtaktion haben die Menschen das Capitol gestürmt und halten es besetzt.    

 

Soeben kam folgende Meldung über den News-ticker: The State Capitol remained closed as of about 10:15 a.m. Thursday, and four or five protesters sitting in front of the Assembly doors were dragged away, but not put under arrest, by State Patrol troopers and other officers. Wie zu erwarten, ließ das Repräsentatnethaus am Morgen des 10. März die verstümmelte Budget Repair Bill mit 53 zu 42 Stimmen passieren.

 

 

Demonstrationen in Madison

 

Zurzeit demonstrieren in Freiburgs Partnerstadt Madison die Bürger am und im Capitol, dem Regierungssitz des Gouverneurs und der Legislative, gegen eine geplante Einschränkung des Rechts der Gewerkschaften, Tarifverhandlungen für die Staatsbediensteten zu führen. Dass diese Proteste die Antivietnamdemonstrationen in Madison des Jahres 1967 bereits jetzt an Intensität und Dauer übertreffen, deutet auf tiefergehende Probleme hin. 

 In dem dem Abgeordnetenhaus und dem Senat vorgelegten Haushaltsreparaturgesetz (budget repair bill) hat der neugewählte republikanische Gouverneur Scott Walker treu den Grundsätzen seiner Partei, die Steuern nicht zu erhöhen und dafür zum Ausgleich des Budgets die Staatsausgaben zu kürzen, das in den USA ohnehin dünne soziale Netz zerschnitten (take it from the poor). Währenddessen versucht sich die republikanisch ausgerichtete Fernsehkette FOX in Verschwörungstheorie und beschuldigt eine Koalition aus Sozialisten, Islamisten und Marxisten, den amerikanischen way of life zerstören zu wollen. Diese Behauptung wird ganz volksnah am Benzinpreis festgemacht, der von derzeit 3.80 U$ pro Gallone (Literpreis 0,72 €) auf 6, 10 ja 20 U$ steigen könnte. Dabei ist für viele Menschen in den USA die amerikanische Lebensart nur noch ein längst vergangener Traum, während der Ölpreis nicht durch die Koalition der Bösen, sondern durch Angebot, Nachfrage und Spekulanten in die Höhe getrieben wird. Tatsache ist, dass im Zeitalter des Internets, das Volk sich nicht mehr so einfach verdummen lässt.  Deshalb demonstrieren die Menschen hier in Madison nicht mehr nur für die Rechte der Gewerkschaften, sondern vor allem gegen den geplanten Stellen- und Sozialabbau wie etwa die Streichnung des Erziehungsgeldes.  

Nachdem alle 14 demokratischen Senatoren Wisconsins über die Staatsgrenze ins benachbarte Illinois geflüchtet sind, kann das Haushaltsreparaturgesetz mangels des notwendigen Quorums im Senat nicht verabschiedet werden. Von den Republikanern mit der State Police gesucht gelten die geflüchteten Senatoren den Demonstranten inzwischen als Volkshelden. Da die Polizisten als Staatsbedienstete von Walkers Sparmaßnahmen ebenfalls direkt betroffen sind, halten sie mehrheitlich zu den Demonstranten.  

Wer nun die Hatz auf die 14 als Katz und Mauspiel ansieht, muss auch die Gegentaktik der Republikaner, auf Nebenkriegsschauplätze abzulenken, betrachten.  Das von den Demonstranten besetzte Capitol benötigt nach Angaben der Regierung 7,5 Mio U$ Renovierungskosten, die in einer nachgeschobenen Korrektur kleinlaut auf 350000 U$ herunterkorrigiert wurden. Die Gewerkschaft der Maler bot daraufhin an, die entstandenen Schäden umsonst zu reparieren. Wer wird in diesem Propagandakrieg den längeren Atem behalten?  

Während Anhänger der rechten Teaparty die Demokraten als Sozialisten beschimpfen, scheint sich am linken Rand der Demokratischen Partei quasi als Gegenpol eine radikale Opposition zu bilden. Lässt sich die Mittelklasse geplagt von materiellen Sorgen, vor allem was das Auskommen im Alter betrifft, von rechten und linken Rattenfängern betören, polarisieren und wird die bürgerliche Mitte am Ende zwischen Rechts und Links zerrieben? Ist die von einigen Amerikanern geäußerte Furcht vor Weimarer Verhältnissen berechtigt? Ist das Mutterland der Demokratie vor massiven sozialen Unruhen gefeit? Teilnehmer der Demonstration in Madison sprechen davon, dass hier Geschichte geschrieben wird, zumal man vereinzelt Arbeiter aus Detroit oder Krankenschwestern aus Houston sieht, die mit ihren Plakaten angereist die Protestbewegung in Madison unterstützen.

 

  

Wississippi

 

Von unserem Korrespondenten aus Madison Mike von Schneidemesser:

 

Liebe Freunde in Freiburg!

 

In dem noch winterlichen Madison gehen die politschen Wogen ganz hoch. Die Wahlparole unseres neuen Governeurs ist "Wisconsin is open for business", er sagt, dass Buerokratie und Steuern die job-schaffenden Unternehmer vergraulen. Der mit 52% gewaehlte Scott Walker versucht nun, im Schnellverfahren auf dem Ruecken der oeffentlichen Angestellten das Budgetdefizit um 10% zu kuerzen und gleichzeitig die Gewerkschaften zu entmachten. Dieser Eingriff in die Tarifautonomie brachte die Lehrer und viele andere auf die Strasse.

 

Mittwoch waren die Schulen geschlossen! Dienstags und Mittwoch wurde das Kapitol von lautstarken aber friedlichen Zehntausend belagert. Dienstags waren fast alle Plakate noch  handgemacht, eins rief auf: "Egypt help us" und ein anderes lautete "Wississippi"  in Anlehnung an einen Leitartikel: "We are Open... to Become Mississippi with Cold Winters", wobei Mississippi der rueckstaendigste aller 50 Staaten ist. Hier einige Links:

 

Thousands gather at Capitol for rallies  und Madison schools and others to close on Thursday amid call for large demonstrations

 

 

Wisconsin jubelt

 

Am gestrigen Sonntag gewannen die Green Bay Packers die Superbowl im amerikanischen Football, der in der Bedeutung der Salatschüssel, dem Vereinspokal des deutschen Fußballs, entspricht. Sie schlugen die Pittburgh Steelers in einem spannenden Spiel mit 31:25. Präsident Obama hatte die beiden Bürgermeister Dave Cieslewicz aus Madison und Tom Barrett aus Milwaukee zum Footballgucken ins Weiße Haus eingeladen. Zu einer solchen Party bringt man normalerweise einen Sixpack Bier mit, doch nachdem Kollege Tom aus der Bierstadt Milwaukee ebenfalls anwesend war, hielt es Mayor Dave für ratsamer, einen crock pot of those little wieners, those Oscar Mayer party wieners mitzunehmen.

 

 

Neuigkeiten aus Madison

 

Heute am 2. Februar bereitet sich Madison auf einen Blizzard vor.  Man erwartet im Stadtgebiet Schneehöhen bis zu 30 cm. Wegen des starken Windes wird mit Schneeverwehungen gerechnet. Viele öffentliche Gebäude (Schulen) bleiben geschlossen. Der Wintereinbruch bedeutet auch den Ausfall des Groundhog Day. Viele Kommentatoren hoffen indess, dass sich Bill Murrays Albtraum - im Kultfilm: Und täglich grüßt das Murmeltier  - von der jährlichen Wiederkehr der Ereignisse nicht wiederholt.

 

Regelmäßig lasse ich mich über Neuigkeiten aus Madison informieren. Der Großteil dieser Nachrichten, weil lokal, wird Sie nicht berühren. Hier jedoch sind zwei Meldungen, die auch für uns von Interesse sein dürften:

 

Der neugewählte Gouverneur Walker kills project to convert power plant to burn biofuels, und  was Walmart in Deutschland nicht geschafft hat, gelingt Aldi mit einer New Aldi store opening in Fitchburg, einem südlichen Vorort von Madison.

 

 

 

 

Abendliche Grüße aus Madison

 

 

John Lawrence Quinlan aus Madison hat uns sein Photo mit folgendem Kommentar überlassen: Discovered the long lost negative for a favorite shot while rummaging through the family photo box tonight.... an aerial shot taken just after dusk of downtown Madison, c. 1983, looking west. One of those photos right on the verge of being impossible, because of the dim light, and being taken from a moving plane. Turned out pretty nice, though, dont'cha think?  Ja John, da geben wir Dir recht.

 

 

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